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rain forest

das letzte mal, als ich den tokyo drifter sah, trug er einen himmelblauen feingebügelten anzug & stapfte mit seinem lied, das davon handelt, daß loyalität wichtiger ist als liebe & daß männer eben einsam sein müssen, durch die schneewüste zum ende seines films...oder nein, vielleicht sah ich ihn auch aus einer nische der fabrikhalle lugen, die meine damalige geliebte bewohnte, möglicherweise war das aber nur ein traum. ihm auf den steilen pfaden des regenwaldes von tobago zu begegnen, überraschte mich zugegebenermaßen nicht wenig. er schlenderte mit federleichtem tritt den abhang herauf, den ich hinunterzugehen mich anschickte. er trug immer noch sein himmelblaues kostüm & war deswegen von nicht wenigen insekten & vögeln umgeben, die ihn wohl für einen wandelnden blütenkelch hielten. mich fröstelte für einen augenblick, bevor mir klar wurde, daß angst vor dem melancholischen killer das dümmste aller gefühle war. der tokyo drifter hatte noch keinen behelligt, der nicht ihm oder seinem auftraggeber erheblichen schaden zugefügt hätte. & er stand ganz so wie ich im allgemeinen für die sache der gerechtigkeit. als er näher kam, bemerkte ich, daß er auch in dieser tropischen umgebung sein trauriges liedchen um keinen deut anders als in den japanischen schneelandschaften intonierte. ich verscheuchte die um mich schwirrenden insekten & vögel, die meine grellorange leuchtende kleidung selbstverständlich anzog, denn dem tokyo drifter darf man nur von einsamkeit gekleidet gegenübertreten & so gingen wir denn, die einzige möglichkeit uns gegenseitig respekt zu erweisen, grußlos aneinander vorüber...


gunjah

(jointbauchetikett:)
grown up in secret plantations on the hillside local gunjah reaches a quality that marks easy easily at your first connaissance that only one spliff will bring you through the whole day if you are able to recognice its butt as what it is & not as the black wide hole of your unconscious universe or even then.


brain

"you called that guy brain?"
"ya, man."
"why is he called brain?"
"he likes to eat the fish-brain."


romantik

der exakt getimte rückwärtsgerichtete augenaufschlag der ungeheuer süßen discoschmarotzeramrandeirgendwasverkäuferin, ihre geflochtenen pagenkopfrastas sehen aus wie hirndrainagen, der starre blick ruht auf ihrer geschmeidigkeit, dem fluß ihres körpers, zu besoffen, um ihr irgendein gespräch anzubieten, vermittelt wird eine umfassende düstere romantik, die sich erst in den platzwunden der anderen besoffenen auflöst & deren letzte ausschlierungen sich an der mattstumpfen mündung der maschinenpistole einer bullenpatrouille verflüchtigen, ohne daß die etwas davon mitbekommen hätte.


shining

das licht durchdringt die augen, der tag hat seine scheinwerfer auf höchstleistung gefahren, & wenn es wahr ist, daß die menschen lichtsauger sind, so ist hier ein bestechendes klima vorhanden, um verrückt zu werden. die sonnentage blenden die wahrnehmungsfähigkeit & vermitteln das gefühl, die nächsthöhere plattform im schwindel der möglichkeiten per innerer strahlenrolltreppe zu betreten, ohne schwierigkeiten katapultiert in blütentreibende reflexionslosigkeit in der distanz des klappernden flügelschlags eines papageis, ein palmwedelbeschirmtes sich-treiben-lassen in den lustvollen lauten der tropenvögel, ein bojenloses eingegrenztsein in unfähigkeit zu tätigkeit, wichtigkeit abhanden.
fügt der obst-kräuter-buschrum sein werk hinzu, erlischt die einsiedelei vollends im dürren guavenstand. der regenwald wird phasenartig vom schein des wellenaufwurfs der karibischen see gekitzelt & nach allen seiten werden freundlichkeiten ausgetauscht, denen niemals jemand auf den grund zu gehen hofft. jeder eiterpickel gerinnt zu einer leuchtstatuette ästhetisierter sinnlichkeit.


winston

in der einsiedelei noch im lendenschurz, steht winston bei sharon & phebs, dem beliebten, aber nahezu unannehmbaren restaurant von charlotteville plötzlich in anzug & krawatte da, spendiert, was sonst auf der nordhälfte der insel niemals vorkommt, weißen touristen ein bier, bis er sich mitten in der nacht an der charlotteville junction, dem letzten hoffnungspunkt für nächtliche autostopper strack bis über den knoten einfindet, um die wartenden weißen männer um die danebenstehenden frauen anzugehen:
"i need one of these girls tonight."
"don`t you want them both?"
"both?, no, one is enough."
"that`s not possible."
"why? are they married?"
"yes, they`re both married."
winston wird nervös & sucht sein feuerzeug, packt dabei dreimal fein säuberlich seine mitgebrachte tasche aus & wieder ein & lallt dabei volltrunken hauptsächlich nord- & westeuropäische ländernamen. "ssssswedn?" ein fragender blick. "gnjah?, cocainnd?" erneutes lospreschen auf die girls. zufällig nähert sich in seinem rücken ein langhaariger blonder weißer mann, der in den südteil charlottevilles emporsteigt. als er sich entfernt:
"ey winston, i saw a blond white woman passing along"
"alllone? bllon? womann?"
"ya, man, pale blond woman, big house, man, nice cute 6-room-girl"
winston dreht sich um & sieht einen blonden schimmer über der straße verschwimmen, vielleicht auch nur eine laterne, & nimmt seine beine in die hand. sicherheitsabstand & dann die erlösenden high five unter den verbliebenen. es hätte sitcom-qualität, wäre da nicht diese nacht, die regen & freiheit & abgeschiedenheit & einen eselbestückten nightwalk verspräche.

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